Pressemitteilung des Utopia e.V. zum antidemokratischen Angriff durch die Anfrage der AfD im brandenburgischen Landtag vom 29.10.

Die AfD Brandenburg stellte am 29.10.2020 eine Anfrage im Brandenburger Landtag zu den „linksextremistischen Verbindungen des Utopia e.V. in Frankfurt (Oder)“.

Im Jahr 2020 in dem die Zahl rechtsextremer Morde auf einem neuen Höchststand angekommen ist. In dem sich innerhalb der AfD die Gruppe des „Flügel“ wegen extrem rechter Machenschaften auflöst. In dem die bundesweite Jugendorganisation, der AfD, „JA“ ebenfalls als erwiesenermaßen rechtsextrem behandelt wird und der brandenburgische Landesverband der AfD trotz Rauswurf des Neonazis Andreas Kalbitz die parlamentarische Stimme der extremen Rechten bleibt. Julian Meyer, Sprecher des Utopia e.V. sagt dazu: „Es ist gleichzeitig voraussagbar und unfassbar, wie eine extrem rechte Partei versucht durch parlamentarische Anfragen unsere Arbeit als Träger*in der Freien Jugendarbeit in Frankfurt (Oder) zu diskreditieren. Gerade in Zeiten der Pandemie mit den dazugehörigen Einschränkungen ist Jugendarbeit und das Ermöglichen von Freiräumen existentiell wichtig.“

Die AfD stellt systematisch in Parlamenten Anfragen zu demokratischen Vereinen und Institutionen der Zivilgesellschaft. So stellte die AfD in Brandenburg in diesem Jahr schon Anfragen zum Beratungsnetz „Tolerantes Brandenburg“ [1], dem Bildungs- und Kulturort Freiland in Potsdam [2] und auch schon zur Schüler*innengruppe „Fridays for Future“ in Frankfurt (Oder) [3].
In einem Antrag mit ähnlicher Absicht der AfD zu den Falken Brandenburg, in der eine Rückzahlung der Fördergelder gefordert wird, zeigt deutlich das eigentliche Ziel der Partei [4]. Julian Meyer meint dazu: „Wir als kleiner ehrenamtlicher Verein haben dadurch einen erhöhten Verwaltungsaufwand sowie schwierigere Förderbedingungen, müssen viel mehr Elternarbeit leisten und sehen uns direkt bedroht“.

Antidemokratische Tendenzen und Verbindungen zur extremen Rechten wurden der AfD auf Bundesebene [5], Brandenburger Landesebene [6] und auch dem Frankfurter Stadtverband [7] schon mehrfach nachgewiesen. Julian Meyer ergänzt dazu weiter: „Es ist nicht neu, dass die AfD durch Angriffe auf die demokratische Zivilgesellschaft versucht ihre Macht auszubauen. Rassistische, nationalistische und patriarchale Kernelemente existieren bereits seit der Gründung der AfD“.
Derweil scheint die AfD ihren antidemokratischen Kurs weiterzuführen. Nach dem Rauswurf des Neonazis Andreas Kalbitz, der neben Daniel Freiherr von Lützow und Wilko Möller Verfasser der Anfrage war, wählte die AfD nun den nächsten Faschisten, Hans-Christoph Berndt, zum Vorsitzenden. Dieser gelang in der extremen Rechten in den letzten Jahren zu Ruhm durch die Gründung und Leitung des rassistischen Vereins Zukunft Heimat. Julian Meyer stellt dazu abschließend fest: „Wir erkennen hier eine Kontinuität extrem rechte Positionen innerhalb einer Partei, die in sämtlichen Parlamenten sitzt. Antifaschistische, demokratische Werte, wie die der Emanzipation, der Gleichberechtigung, der Menschenrechte und der Solidarität stellen für diese Partei offensichtlich Feindbilder dar.“

Quellen:
1 Anfrage Nr. 4768 im Brandenburger Landtag
2 Anfrage Nr. 4481 im Brandenburger Landtag
3 Anfrage Nr. 4609 im Brandenburger Landtag
4. Antrag Drucksache 7/1980 vom 15.09.2020
5 https://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-09/afd-kandidaten-bundestagswahl-abgeordnete
6 https://www.deutschlandfunk.de/brandenburger-afd-im-gleichschritt-auf-stramm.720.de.html?dram:article_id=486515
7 https://recherchegruppeffo.noblogs.org/post/2014/12/20/die-frankfurter-afd-und-ihre-verstrickungen-in-den-braunen-sumpf/

Achtung, Geschichtsrevisionist unterwegs!

Aufruf zum stillen Gedenken und die Unsagbarkeiten des Wilko Möller

Am Donnerstag tagte erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder die Stadtverordnetenversammlung. Aufgrund der Eindämmungsverordnung wurde sich im großen Saal des Kleist-Forums getroffen.
Ebenjene Eindämmungsverordnung betrifft uns gerade in allen Lebensbereichen. Sowohl unser Alltag als auch Besonderheiten wie Feiertage und Festlichkeiten können nicht wie gewohnt stattfinden.

Ein besonders wichtiges Ereignis steht uns jedoch unmittelbar bevor: am 8. Mai ist Tag der Befreiung von der Vorherrschaft der Nationalsozialist*innen. Da die üblichen Festlichkeiten zum Tag der Befreiung in Frankfurt (Oder) nicht stattfinden können, lud der Stadtverordnetenvorsitzende die Anwesenden dazu ein, am 8. Mai zwischen 15-17 Uhr am sowjetischen Ehrenmal an einem stillen Gedenken teilzunehmen.

Doch statt diese Einladung anzunehmen erklärt der AfD-Landtagsabgeordnete Wilko Möller im Namen der AfD Frankfurt (Oder), dass der 8. Mai für ihn kein Tag der Befreiung ist. So ist dieser für ihn ein Tag an dem „vielmehr […] ein Teil des deutschen Volkes in die nächste Diktatur katapultiert worden [1]“ sei.
Hier vergleicht er tatsächlich die DDR mit dem Nationalsozialismus. Damit sei nicht gesagt das in der DDR kein Unrecht geschehen ist oder das Versprechen einer solidarischen Gesellschaft eingelöst wurde – aber damit sei gesagt das Möller sich für weitere wissenschaftliche, intellektuelle und demokratische Beiträge selbst disqualifiziert hat.
Nun, wenn der Tag für ihn also eher ein Tag der Niederlage wäre, so wäre er doch aber ein Nationalsozialist – vielleicht auch nur ein Kollaborateur, mindestens jedoch kein Demokrat?

Stattdessen will die AfD am 8. Mai, 75 Jahre nach der Befreiung von der Vorherrschaft der Nazis, auf dem Zentralfriedhof den toten deutschen Soldaten gedenken.

Utopia e.V. als Bildungsverein möchte solchen geschichtsvergessenen Tendenzen in der Gesellschaft entgegenwirken. Zu diesem Zwecke ist beispielsweise eine Bildungsfahrt zum Thema Nationalismus und Antisemitismus einschließlich eines Gedenkstättenbesuchs in den ehemaligen Konzentrationslagern von Auschwitz geplant [2]. Uns ist des Weiteren wichtig zu betonen, dass revisionistische Haltungen, wie sie immer wieder zum Besten gegeben werden nicht nur Ausdruck fehlender Bildung sind, sondern bewusst aus demokratiefeindlichen, nationalistischen Ideologien abgeleitet werden.

So möchten wir uns dem Aufruf des stillen Gedenkens an dem sowjetischen Ehrendenkmal von 15-17 Uhr des Vorsitzenden der SVV anschließen!

[1] https://www.moz.de/…/frankfurt…/artikel9/dg/0/1/1800416/
[2] 75 Jahre Befreiung Frankfurts vom Nationalsozialismus – Спасибо! Thank You! Merci! Danke!

Stolpersteinneuverlegung für Magarete Landshoff

Der Utopia e.V. übernahm die Patenschaft für den am 13.05.2016 hinter der Lené-Passage verlegten Stolperstein für Magarete Landshoff.
Dieser Stolperstein wurde im vergangenen Jahr mit sechs weiteren an dieser Stelle verlegten Stolpersteinen entwendet. Eine Wiedereinsetzung ist für den 21. Mai 2020 geplant.
Wieder werden wir die Patenschaft für den Stolperstein übernehmen und so an Magarete Landshoff und das Schicksal der unzähligen weiteren Opfer des Nationalsozialismus gedenke.

https://www.moz.de/amp/landkreise/oder-spree/frankfurt-oder/artikel9/dg/0/1/1734573/?fbclid=IwAR3a1YZ3splWTOJV4DnhSbKZPoWV1a00kfaxpzkk4D6BdnhWuTZP6qw-vQQ

75 Jahre Befreiung Frankfurts vom Nationalsozialismus – Спасибо! Thank You! Merci! Danke!

Wie sollte der Utopia e.V. – ein ehrenamtlicher, von jungen Menschen getragener, kleiner Verein – anlässlich der 75-jährigen Befreiung von der Vorherrschaft der Nationalsozialist*innen in Frankfurt (Oder) diese Pressemitteilung beginnen? Als erstes mit einem kurzen „Danke! Спасибо! Thank You! Merci!“ an die Alliierten und Widerständigen, die vor 75 Jahren am 23. April zur Befreiung Frankfurts und des heutigen Słubices beigetragen haben. Denn die Niederlage des deutschen Faschismus war unsere Befreiung!
Ein „Danke“ jedoch wird nicht genügen, um Geschehenes zu verstehen, damit es sich nicht wiederholt! Auch die Fragen: „Was, wie und warum war der Nationalsozialismus, der Vernichtungskrieg oder der Holocaust?“ können wir nicht alleine beantworten, aber wir können Impulse setzen!
Denn auch 75 Jahre nachdem die Vorherrschaft deutscher Faschist*innen und ihrer Kollaborateure endete, sind ihr Gedankengut und ihre Strukturen keineswegs verschwunden:
Seit 2016 verdoppelte sich die Anzahl der mit Schusswaffen ausgerüsteten Rechtsextremen [2]. Der NSU, eine Gruppe die offiziell 10 Menschen ermordete und 43 Mordanschläge verübte [3], enttarnte sich teilweise selbst. Ob auf der Insel Utøya oder in Städten wie Christchurch, Hanau und Halle – die Anschläge von extrem Rechten häufen sich. Im Jahr 2019 wurden in der Bundesrepublik 120 Angriffe auf Asylunterkünfte verübt und 1.620 Angriffe auf Geflüchtete registriert [4]. Jüngst wurde im Landkreis Oder-Spree ein Waffenlager mit nationalsozialistischen Devotionalien ausgehoben [5]. Unsere Stadt, Frankfurt (Oder), entwickelte sich zu einem Knotenpunkt der internationalen, neonazistischen Terrororganisation „Combat 18“ [6]. In Libbenichen zeigten erst letzten Monat während einer „Reichs-Party“ Jugendliche den Hitlergruß [7]. Ein „NR-Zonen“-Graffito diente als Platzhalter für Hakenkreuze und verblieb mehrere Monate am Kaufland im Zentrum[8]. Mittlerweile werden (gar) von parlamentarischen Kräften die Leistungen von deutschen Soldaten in zwei Weltkriegen honoriert und eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ [9] gefordert.
Genauso wie die Ideen, Symbole, und Struktur des Nationalsozialismus nicht einfach 1945 endeten, tauchten die Nationalsozialist*innen nicht erst 1933 auf. Bereits am 26. Mai 1929 begann die SA durch Frankfurt zu marschieren [10] und schon 1927 war in einer Kneipe zu hören:

„Die nationalsozialistische Bewegung ist entschlossen alles daran zu setzen, um das deutsche Volk von Juden- und Marxistenherrschaft zu befreien. Die Nationalsozialisten werden die Besten unter ihre Fahne sammeln und einen erbitterten Kampf gegen die inneren Feinde der Nation führen“. [11]

Auch heute sind in Frankfurter Kneipen solche Aussagen nicht ausgeschlossen.
Im Sommer 1932 wurde dann der Terror der Nazis in Frankfurt immer zügelloser. Am Abend des 1. Juli kam es zu einem Überfall auf Antifaschist*innen. Am 4. Juli, in der heutigen Rathenaustraße, schossen Nazis über 100 Mal auf Arbeiter*innenwohnungen. Und am 5. Juli durften sie dann ungehindert durch unsere Stadt marschieren. Die 17 Vollzugspolizist*innen, die vor der faschistischen Gefahr und dieser Demonstration warnten, wurden daraufhin festgenommen [12].
So spricht auch die dramatische Entwicklung der Wahlergebnisse Bände. Lag die NSDAP bei der Reichstagswahl 1928 in Frankfurt erst bei 330 Stimmen, erhielt sie bei der Kommunalwahl 1929 bereits 2.400 Stimmen und wenige Jahre später, bei der Machtübernahme Hitlers im März 1933, eine absolute Mehrheit. Diese Machtübernahme führte in ihrer Konsequenz zu unzähligen furchtbaren Schicksalen, auch in Frankfurt (Oder).
So zum Beispiel auch für Marie und Adolf Köhn, deren Stolpersteine in der Großen Oderstraße 46 liegen. Adolf Köhn wurde von Faschist*innen während der Reichsprogromnacht verhaftet, einen Monat lang im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert und vier Jahre später, wahrscheinlich mit seiner Frau, ins Warschauer Ghetto deportiert. Über ihr weiteres Schicksal ist nichts bekannt.
In der Großen Scharrnstraße 32 liegen zwei weitere Stolpersteine – die von Marie und Bruno Friedländer. Ihre Kinder schafften es auf einen Kindertransport und bekamen Asyl in Schottland und Australien. Marie und Bruno erhielten keine Zuflucht und wurden am 02. April 1942 in das Warschauer Ghetto deportiert, wo sie am 05. April ankamen. Das weitere Schicksal der Familie ist auch hier nicht bekannt.
Bis zum letzten Tag des Nazi-Regimes ließ die Gewalt und Brutalität nicht nach. Selbst der Niederlage ins Auge sehend, wurde Frankfurt (Oder) am 26. Januar 1945, einen Tag vor der Befreiung von Auschwitz, noch zu einer Festung erklärt. Am Tag des 30. Januars in Swiecko (im damaligen Schwetig) mussten 1.600 Gefangene des Frankfurter Gestapo-Arbeitserziehungslagers zum sogenannten „Todesmarsch“ antreten. 70 nicht marschfähige Menschen wurden direkt in Krankenbaracken verbrannt und ermordet. In der Nacht auf den 31. Januar erschossen in Słonsk (im damaligen Sonnenburg) Angehörige der SS und Gestapo 800 Inhaftierte des dortigen Zuchthauses [13]. Selbst in der Niederlage waren die Nationalsozialist*innen nicht davon abzubringen ihr Morden einzustellen.

So schwor im Februar 1945 Joseph Goebbels Frankfurt ein letztes Mal auf die Ideologie von “Blut und Boden“ ein, nachdem er am 31.Oktober 1929 erstmals in der Stadt davon gesprochen hatte. Frankfurt, das ein Zentrum für den Einsatz und die Verwaltung von Zwangsarbeiter*innen, Deportierten und Inhaftierten war, war gar Hauptstadt des Gaus Mark Brandenburg. Unzählige Waggons mit Menschen wurden ohne nennenswerten Widerstand deportiert. Unzählige Tonnen Kriegsmaterial fuhren ungehindert durch unsere Stadt.

Der Krieg endete für Frankfurt (Oder) am 23. April 1945, als belarussische Einheiten der Roten Armee „die fast menschenleere, keinen Widerstand leistende, überall brennende Stadt“ [14] befreiten, bis dann in der Nacht am 8. auf den 9. Mai die Wehrmacht gänzlich kapitulierte und die Hegemonie des Faschismus gebrochen war.
Auch wenn ein Großteil der Deutschen diesen Tag als Niederlage empfand – vielleicht sogar heute noch so empfindet: Der Sieg der Alliierten bedeutete das Ende der nationalsozialistischen Vorherrschaft, des Krieges in Europa und des Holocaustes und ist für uns ein Grund zum fröhlichen Tanz. Deshalb sagen wir immer wieder freundschaftlich: „Спасибо! Thank You! Merci! Danke!“.
Als Kultur- und Bildungsträger der offenen Kinder- und Jugendhilfe sagen wir auch ernst: „Nie wieder!“
Und um diesen Ernst zu begreifen; um den Impuls des Erinnerns und Gedenkens nicht bei dieser Mitteilung zu belassen, organisiert der Utopia e.V. im letzten Drittel diesen Jahres eine Gedenkstättenfahrt für Jugendliche und junge Erwachsene zu den ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagern von Auschwitz, mit demokratisch-partizipatorischer Vor- und Nachbereitung:
„Denn die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung. Sie geht so sehr jeglicher anderen voran, dass [wir] weder glaube[n], sie begründen zu müssen noch zu sollen. […] Sie zu begründen hätte etwas Ungeheuerliches angesichts des Ungeheuerlichen, das sich zutrug“ [15].
Und so fordern wir auch andere Akteur*innen oder bisher nicht-Aktive dazu auf, sich am Engagement gegen faschistoide Bewegungen und Ideen in Frankfurt (Oder) zu beteiligen und zu organisieren – die Gründe sind bekannt und wir werden über weitere Termine berichten.

Quellenverzeichnis
[1] Abbildung 1: Gelfand, Wladimir/ Archiv (2020): „Hier beginnt das verfluchte Deutschland“, Schilder mit dieser Aufschrift stellte die Rote Armee auf, als sie im Januar 1945 deutsches Territorium erreichte. Frankfurt (Oder). MOZ. Aus URL: https://www.moz.de/landkreise/oder-spree/frankfurt- oder/artikel9/dg/0/1/1780551/ (letzter Zugriff: 18.04.2020).
[2] Redaktion Westfälische Rundschau (2017): Zahl der Rechtsextremisten mit Waffenschein fast verdoppelt. Berlin. Aus URL: https://www.wr.de/politik/zahl-der-rechtsextremisten-mit-waffenschein-fast- verdoppelt-id210479917.html (letzter Zugriff: 18.04.2020).
[3] Redaktion Belltower.News (2012): Die Zwickauer Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund – Taten und Unterstützer/innen. Thüringen. Aus URL: https://www.belltower.news/die-zwickauer-terrorzelle- nationalsozialistischer-untergrund-im-ueberblick-taten-und- unterstuetzer-innen-34274/ (letzter Zugriff: 18.04.2020).
[4] Tagesspiegel Online (2020): Attacken auf Unterkünfte und außerhalb: 1620 Angriffe gegen Geflüchtete im vergangenen Jahr. Berlin. Verlag Der Tagesspiegel GmbH. Aus URL: https://www.tagesspiegel.de/politik/attacken-auf-unterkuenfte-und-ausserhalb-1620angriffe-gegen- gefluechtete-im-vergangenen-jahr/25689040.html (letzter Zugriff: 18.04.2020).
[5] rbb|24 (2020): Illegaler Waffenhandel. Brandenburger Polizei beschlagnahmt rund 30 Waffen. Berlin. Aus URL: https://www.rbb24.de/studiofrankfurt/panorama/2020/03/landeskriminalamt-stellt-mehr- als-30-waffen-sicher.html (letzter Zugriff: 18.04.2020).
[6] recherchegruppeffo (2020): Was das Combat 18-Verbot mit Frankfurt (Oder) zu tun hat. Frankfurt (Oder). Aus URL: https://recherchegruppeffo.noblogs.org/post/2020/02/20/was-das-combat-18-verbot-mit- frankfurt-oder-zu-tun-hat/ (letzter Zugriff: 18.04.2020).
[7] Waldmann, Nancy (2020): Schmiererei. Rechtsextreme sprühen ihre Codes in Frankfurt (Oder). Frankfurt (Oder). MOZ. Aus URL: https://www.moz.de/landkreise/oder-spree/frankfurt- oder/artikel9/dg/0/1/1782788/ (letzter Zugriff: 18.04.2020).
[8] Fey, Angelika (2020): Neonazi-Graffiti in Frankfurt (Oder). Mutmaßlich rechtsextreme Gruppe markiert ihr Revier. Frankfurt (Oder). rbb|24. Aus URL: https://www.rbb24.de/studiofrankfurt/politik/2020/01/rechtsextrem-graffiti-frankfurt-oder- jugendliche-schule.html (letzter Zugriff: 18.04.2020).
[9] Höcke, Björn (17.01.2017): „Denkmal der Schande“ Björn Höcke AfD empört mit Hetz-Rede 17.01.2017 – Bananenrepublik. Dresden. Aus URL: https://www.youtube.com/watch?v=7E_Mvgsk6PY (letzter Zugriff: 22.01.2020).
[10] Schneider, Hans Georg/ Hoffmann, Gerhardt (Hg.) (2008): Episoden aus Frankfurt (Oder) um das Jahr 1933. Frankfurt (Oder)., S. 7.
[11] Schneider, Hans Georg/ Hoffmann, Gerhardt (Hg.) (2008): Episoden aus Frankfurt (Oder) um das Jahr 1933. Frankfurt (Oder)., S. 46f.
[12] Schneider, Hans Georg/ Hoffmann, Gerhardt (Hg.) (2008): Episoden aus Frankfurt (Oder) um das Jahr 1933. Frankfurt (Oder)., S. 15f.
[13] Arbeitsstelle für evangelische Kinder- und Jugendarbeit im Kirchenkreis An Oder Und Spree (2009): Zwangsarbeit in Frankfurt (Oder) 1940-1945. Frankfurt (Oder). Buch- u. Offsetdruckerei Häuser KG., S. 23ff.
[14] VVN-BdA e.V. (2020): Frankfurt/Oder. Berlin. Aus URL: https://dasjahr1945.de/frankfurtoder/ (letzter Zugriff: 18.04.2020).
[15] Adorno, Theodor W. (1966): Erziehung nach Auschwitz. In: Kadelbach, Gerd (Hg.) (1970): Erziehung zur Mündigkeit, Vorträge und Gespräche mit Hellmuth Becker 1959 – 1969. Frankfurt am Main., S. 92.

Dass Auschwitz nie wieder sei! – 75 Jahre Befreiung von Auschwitz

“Die Forderung, daß Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung. Sie geht so sehr jeglicher anderen voran, daß ich weder glaube, sie begründen zu müssen noch zu sollen. Ich kann nicht verstehen, dass man mit ihr bis heute so wenig sich abgegeben hat. Sie zu begründen hätte etwas Ungeheuerliches angesichts des Ungeheuerlichen, das sich zutrug. Dass man aber die Forderung, und was sie an Fragen aufwirft, so wenig sich bewusst macht, zeigt, dass das Ungeheuerliche, nicht in die Menschen eingedrungen ist, Symptom dessen, dass die Möglichkeit der Wiederholung, was den Bewusstseins- und Unbewusstseinsstand der Menschen anlangt, fortbesteht. Jede Debatte über Erziehungsideale ist nichtig und gleichgültig diesem einen gegenüber, dass Auschwitz nicht sich wiederhole.
Es war die Barbarei, gegen die alle Erziehung geht. Man spricht vom drohenden Rückfall in die Barbarei. Aber er droht nicht, Auschwitz war er; Barbarei besteht fort, solange die Bedingungen, die jenen Rückfall zeitigten, wesentlich fortdauern. Das ist das ganze Grauen. Der gesellschaftliche Druck lastet weiter, trotz aller Unsichtbarkeit der Not heute. Er treibt die Menschen zu dem Unsäglichen, das in Auschwitz nach weltgeschichtlichem Maß kulminierte.“ ~ T. W. Adorno
Vor 75 Jahren wurde das Vernichtungslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Wir gedenken heute der Opfer der Shoah, insbesondere der 1,1 Millionen Menschen, die in den Lagern von Auschwitz barbarisch ermordet wurden.

#niewieder #keinvergebenkeinvergessen #weremember

Buttersäureanschläge auf die muslimische Gemeinde

Wie einige von euch vielleicht schon durch unsere Story mitbekommen haben, waren wir vor zwei Tagen mit verschiedenen Vertretenden der Frankfurter Zivilgesellschaft bei der Muslimischen Gemeinde.

Dort wurde am 21.12.2019 ein Buttersäureanschlag verübt, der die Benutzung des erst kürzlich fertiggestellten Gebetsraumes nun vorerst wieder unmöglich macht.
Wir verurteilen diese Tat, die nur allzu gut verdeutlicht, wie tolerant Frankfurt O. wirklich ist. Während Weltoffenheit und zivilgesellschaftliche Willkommenskultur gepriesen werden, finden in der Realität antimuslimische und rassistische Anschläge statt und werden scheinbar ohne jegliches öffentliches Interesse und somit billigend hingenommen.

Nach Aussage der muslimischen Gemeinde war dies seit September bereits der dritte Buttersäure Anschlag.
Das verdeutlicht die nachhaltig demokratiefeindliche, menschenverachtende Überzeugung der Täter – und die Gleichgültigkeit der Frankfurter Zivilgesellschaft.
Weder die Verwaltung äußerte sich, in der Presse war lediglich eine Pressemitteilung der LINKEN zu finden, während das Statement vom Bündnis „Kein Ort für Nazis“ ignoriert wurde.

Wie kann es sein, dass drei Anschläge gegen eine Glaubensgemeinschaft stattfinden, ohne dass es zu einem öffentlichen und medialen Aufschrei kommt?

PM: Vor dem Gesetz sind alle gleich – außer Ausländer / Utopia e.V. empört über Abschiebe-Pläne von OB Wilke

Bestürzt haben wir vom Utopia e.V. die Äußerungen des Frankfurter Oberbürgermeisters wahrgenommen, mit denen er auf den gewalttätigen Angriff auf die Gäste des Clubs „Frosch“ reagiert hat. Als „Kehrtwende“ bezeichnet René Wilke selbst seine neue Position zum Umgang mit Geflüchteten, die die Ausweisung bei entsprechenden Straftaten vorsieht. Wir sind über diese Entwicklung besorgt und empört. Continue reading PM: Vor dem Gesetz sind alle gleich – außer Ausländer / Utopia e.V. empört über Abschiebe-Pläne von OB Wilke

„Feminismus geht uns alle an!“

## queerfeministische Aktionstage am 16. und 17.03. ## Konzert und Workshops ##

Am 16. und 17.03.2018 finden die vom Utopia e.V. organisierten, queerfeministischen Tage in Frankfurt (Oder) statt. An beiden Tagen wird sich dabei eingehender mit den Themen Queerfeminismus und Feminismus auseinandergesetzt. Continue reading „Feminismus geht uns alle an!“

„Alle anders, alle gleich!“ – unser Jugendfilmprojekt aus Frankfurt (Oder) feiert Premiere am 23.02.2018!

Am 23.02.2018 findet die Premiere des Films „Alle anders, alle gleich – Geschichten aus dem Leben“ in Frankfurt (Oder) statt. Einlass ist ab 18:30 Uhr im „Frosch – Der Club“ (Ziegelstraße 36, 15230 Frankfurt (Oder)). Der Film ist das Ergebnis eines Projektes des Utopia e.V., bei dem 15 geflüchteten und nicht-geflüchteten Jugendliche seit Sommer 2017 zusammenarbeiteten. Continue reading „Alle anders, alle gleich!“ – unser Jugendfilmprojekt aus Frankfurt (Oder) feiert Premiere am 23.02.2018!

Pressemitteilung: „Voller Vorfreude auf die Herausforderungen und Möglichkeiten, die eine Migrationsgesellschaft bietet“

Der Uto­pia e.V. wird von Früh­jahr bis Ende des Jah­res das Pro­jekt „Be­geg­nung – Em­power­ment – Zu­kunft“ um­set­zen. Im Rah­men des Pro­jek­tes wer­den Ju­gend­li­che und junge Er­wach­sene mit und ohne Flucht­hin­ter­grund ge­mein­sam ihre Vor­stel­lung ei­ner ge­rech­ten und so­li­da­ri­schen Ge­sell­schaft dis­ku­tie­ren. Nach ei­ner ge­mein­sa­men „Zu­kunfts­werk­statt“ 10.-11. Juni 2017, An­mel­dung un­ter http://www.utopia-ffo.org/future un­ter dem Motto: “The Fu­ture ist still un­writ­ten! Junge Ideen für Frank­furt (Oder)” wer­den sich die Teil­neh­men­den in Se­mi­na­ren und Work­shops, auf Aus­flü­gen und in Dis­kus­sio­nen Fä­hig­kei­ten und Wis­sen an­eig­nen, die sie in die Lage ver­set­zen ein ge­mein­sa­mes Pro­jekt zu rea­li­sie­ren, das sie dann der Öffent­lich­keit vor­stel­len. Continue reading Pressemitteilung: „Voller Vorfreude auf die Herausforderungen und Möglichkeiten, die eine Migrationsgesellschaft bietet“